Inhalt
Einleitung
Lucanus sitzt im Freien vor einem Haus und beginnt mit der Niederschrift seines Evangeliums. Die Leute bleiben stehen, sind neugierig und skeptisch: Sie wollen wissen, wer er ist und was er da aufschreibt. Sie wehren sich gegen ein weiteres Werk mit noch mehr Gesetzen und Vorschriften, die ihr Leben bestimmen sollen.
Lucanus erklärt ihnen seine Botschaft: Nicht um Lehrsätze, Moral und Verbote geht es ihm, sondern um die befreiende Botschaft Jesu, der den Menschen Wege zu einem glücklichen Leben gewiesen hat. Der Chor fasst zusammen, worauf es ankommt: Zuhören, sich selbst ein Bild machen, nicht nur auf Gerüchte hören, sondern „aufstehn für Gerechtigkeit und Leben".
Der Erzähler berichtet, dass Lucanus in Antiochia aufgewachsen ist, zusammen mit Rubria, der Tochter seines späteren Adoptivvaters Diodorus, einem römischen Tribun und Statthalter von Syrien. Rubrias früher Tod ist entscheidend für Lucanus weiteres Leben: Er misstraut den strengen, ungerechten Göttern der Griechen und Römer; statt dessen sucht er nach einem gütigen, liebenden Gott. („Taube hören, Blinde sehen, ...")
2. Studium
Lucanus studiert an der Medizinischen Hochschule von Alexandria. Die Mitstudenten haben kein Verständnis für seinen Ehrgeiz und für seine Kritik an den grausamen Experimenten, die man dort mit Kranken und Sklaven durchführt. („Ich will dich wahrnehmen, du bist mir wichtig"). Im Hause eines reichen Kaufmannes aus Alexandria, der im Sterben liegt, lernt er Dina bas Eleasar kennen. Sie verliebt sich in ihn, aber er weist sie zurück: In seinem Leben gebe es keinen Raum für die Liebe.
3. Lucanus als Arzt
Eine Stelle in Rom lehnt Lucanus ab. Er arbeitet statt dessen als Arzt auf Schiffen und bereist dabei alle Häfen. In Rom trifft er seinen Adoptivvater Diodorus, der nach einer flammenden Rede im Senat tot zusammenbricht. („Könnten wir doch aus unsern Niederlagen lernen!").
Kaiser Tiberius verpflichtet Lucanus, ein halbes Jahr als sein Leibarzt in Rom zu bleiben. Danach lässt er ihn nur ungern gehen und schenkt ihm zum Dank einen Ring, mit dem er sich - im Namen des Kaisers - jeden Wunsch erfüllen lassen kann, falls es einmal nötig sein würde. Dina schreibt ihm immer wieder Briefe, in denen sie ihm Mut macht und ihre Liebe versichert. („Freundschaft überwindet Schranken").
4. Lucanus sucht seinen Weg
Lucanus wird schmerzlich klar, dass er trotz aller Erfolge als Arzt - u.a. in Athen, Kreta und Alexandria („Helfen und heilen, trösten und teilen") - nirgends ein Zuhause hat und überall ein Fremder bleibt.
Anlässlich der Hochzeit seiner Schwester Aurelia reist er nach Rom. Sie drängt ihn, Dina doch endlich zu heiraten und nicht immer vor ihrer Liebe zu fliehen. Weil sie schwer krank ist, hält auch Dina sich in Rom auf, im Hause seiner Mutter. Doch diesmal ist sie es, die Lucanus zurück weist: Dina spürt, dass sie bald sterben wird und macht ihm bewusst, dass sein Leben Gott gehört. Sie reist ab, und wenig später erreicht ihn ein letzter Brief seiner Geliebten. („Könnten wir doch aus unsern Traurigkeiten lernen").
5. Lukas als Evangelist
Lucanus kommt nach Jerusalem, um sich dort persönlich nach diesem Jesus zu erkundigen, von dessen Leben und Botschaft er inzwischen so viel Gutes gehört hat. („Lass uns Frieden stiften, wenn Andre nur noch schreien"). Er befragt Zeitzeugen aus dem einfachen Volk, aber auch die Pharisäer, und besucht Pontius Pilatus, der nicht mehr schlafen kann, seit er Jesus verurteilt hat. Mit dem Ring des Kaisers Tiberius kann er ihn dazu bewegen, die Verfolgung der Christen einzustellen, um wieder Frieden zu finden.
Zuletzt reist Lucanus nach Nazareth, um dort Maria zu besuchen und sich von ihr weitere Einzelheiten aus dem Leben ihres Sohnes Jesus berichten zu lassen, die er dann in seinem großen Evangelium niederschreiben wird.
(„Frohe Botschaft, die uns Mut macht").

