"Lukas" hielt prachtvoll Einzug in die Christuskirche

Geistliches Musical begeisterte Zuhörer - Apostel lieferte Grundlage

BOPPARD. Der Singkreis Spay führte in der Christuskirche in Boppard unter Leitung von Michael Dempe dessen geistliche Komposition "Lukas" auf.

Die Handlung des Stücks basiert auf dem Wirken des Arztes Lucanus, des späteren Evangelisten Lukas. Der Aufbau des abwechslungsreich gestalteten Werks von zweieinhalb - erlebnismäßig kürzer empfundener - Vortragsdauer erinnerte an eine Mixtur aus geistlicher Vokalmusik der Barockzeit und bühnenwirksamem Singspielaufbau. Dempe lässt einen Erzähler die Rolle des Rezitativs übernehmen; Arien in zeitgemäßer Umformung beziehen emotional vertiefende Stellung zum Geschehen; die traditionellen Chöre sind durch Lieder ersetzt, die das Auditorium mit einbeziehen. Die eingängigen Melodien, aus leicht fassbaren Intervallen und Rhythmen konzipiert, erhielten ein zusätzliches Gewicht durch eine Begleit-Band, deren moderner Sound sich an den Stil von Musicals anlehnt.

Michael Dempe, der auch den Text entwarf, hat Wort und Ton zu einem überzeugenden Ganzen verbunden. Hoher Anerkennung bedarf die Darbietung dieses "Gesamtkunstwerks" aus mehreren Gründen: lückenlose Einheit von gesungenen und gesprochenen Texten, ein auf Leinwände projiziertes, den Handlungsverläufen entsprechendes Bühnenbild mit Landschaften, Gärten und Innenräumen, wichtige Requisiten als Verständnishilfen, historisch anmutende Kostüme aller 24 Sängerinnen und Sänger (gute Textverständlichkeit garantiert durch Mikrofone für jeden Mitwirkenden), beeindruckende Beleuchtungseffekte, lebendige szenische Abläufe und exzellent funktionierende Tontechnik.

Eine besondere Erwähnung verdient der Lukas-Darsteller Albrecht Ruech, dessen gesangliche, sprachliche und schauspielerische Leistung als nahezu professionell bezeichnet werden kann.    

Hermann Driesch,  Rhein-Zeitung, Ausgabe Boppard, 30.11.2006

Erfolgreiche Premiere des Singspiels „Lukas" mit dem Singkreis Spay

Zu einem überwältigenden Erfolg wurde die Uraufführung des Singspiels „Lukas" in der gut besetzten Spayer Pfarrkirche St. Lambertus im Rahmen des Kultursommers Rheinland-Pfalz am 2. Juli 2006.

In abwechslungsreichen Szenen stellten Chor und Solisten des Singkreises Spay das Leben des Evangelisten dar: seine Ausbildung und aufopfernde Tätigkeit als Arzt und seine Suche nach einem liebenden Gott, die ihn auf die Spuren Jesu führt.

Lukas, von Albrecht Ruech überzeugend gespielt, verzichtet dafür auf ein privates Leben und Glück. Sogar seine Freundin Dina (sehr einfühlsam gesungen von Ute Dahlem) weist er zurück, obwohl beide sich lieben, aber dennoch nicht zu einander finden können. Sie begegnet ihm immer wieder auf seinen Wegen und schreibt ihm zärtliche Briefe - geschickt inszeniert, indem sie schemenhaft hinter einem Vorhang erscheint und singt, während Lukas ihre Zeilen liest.

Auch die anderen Sängerinnen und Sänger überzeugten in ihren Rollen:

Bei der flammenden Rede von Lukas’ Adoptivvater Diodorus (Stefan Jedersberger) im Senat von Rom zeigte sich die Aktualität des Stückes. Die Zuhörer spürten, dass es schon damals um die gleichen Probleme ging, die noch heute die Politiker beschäftigen: zu hohe Steuern, umstrittene Kriegseinsätze, Intrigen, Bestechung, mangelnde Treue und Pflichtgefühl.

Lukas’ Schwester Aurelia, sehr einfühlsam dargestellt von Katja Wahl, versucht ihn zu einer Heirat mit Dina zu überreden, doch er spürt, dass sein Leben einen anderen Sinn hat: die Spuren Jesu zu suchen, Augenzeugen seines Wirkens zu treffen und seine Botschaft als Evangelium aufzuschreiben.

Bei Kaiser Tiberius (gesungen von Stefan Buch) und Pontius Pilatus (Guido Goliasch) informiert Lukas sich über den Prozess Jesu und die Umstände seines Todes.

Dazu befragt er am Ende des Stückes auch Maria, die Mutter Jesu, von Susanne Aschenbrenner mit ihrer eindrucksvollen Sopranstimme dargestellt.

Der Chor verkörperte in teilweise anspruchsvollen, dreistimmigen Sätzen die Studenten, das Volk und die Zeitzeugen in Jerusalem, wobei auch hier einzelne Sängerinnen und Sänger solistische Passagen zu bewältigen hatten.

Umfangreiche und mitunter recht schwierige Partien hatte Kathrin Dempe als Erzählerin zu singen. Sie überzeugte mit ihrer klaren Sopranstimme, professioneller Sicherheit und guter Textverständlichkeit.

Die 8-köpfige Band mit zwei Gitarren, Bass, Schlagzeug, Keyboard, Flöte, Alt- und Tenorsaxophon begleitete die Sänger und unterbrach die Handlung immer wieder mit kurzen Instrumentalstücken.

Damit die Schauplätze ohne Umbaupausen schnell wechseln konnten, beispielsweise von der Hafenstadt Alexandria zum Kaiserpalast und Senat in Rom oder dem Palast des Pontius Pilatus in Jerusalem, wurden die Kulissen auf Leinwände projiziert,

Auch die eindrucksvollen Lichtstimmungen und Beleuchtungseffekte passten zu der Handlung: beeindruckend zum Beispiel die Liebesszenen, der Traum des Tiberius und der überraschende Effekt mit Blitzen und Nebel, wenn Lukas von dem Erdbeben und Gewitter berichtet, das er nach der Kreuzigung Jesu miterlebt hatte.

Das Publikum, bei den "Liedern für alle" zum Mitsingen in das Geschehen einbezogen, zeigte seine Begeisterung mit lang anhaltendem Beifall, und die Zuhörer bestätigten übereinstimmend, jede Minute der knapp zweistündigen Aufführung als spannend, abwechslungsreich und bewegend erlebt zu haben. Außer dem Evangelisten Lukas, über dessen Leben recht wenig bekannt ist, sahen sie auch Pontius Pilatus und vor allem Maria, die Mutter Jesu, in einem ganz neuen Licht.

Michael Dempe, Texter und Komponist des Singspiels, dankte dem Singkreis, der Band, den vier Technikern und allen Helfern für ihr großartiges Engagement bei der Vorbereitung und Premiere seines Stückes, das im Herbst noch mehrmals zu sehen sein wird.

Der Singkreis probt ein eigenes Musical

Spayer Gruppe vertont das Leben des Evangelisten Lukas - Bald Premiere

Dem Leben des Evangelisten Lukas hat sich der Spayer Singkreis angenommen. Die Truppe um Michael Dempe will im Frühjahr ihr selbst geschriebenes Musical aufführen. Am Wochenende war ein Probentermin in Vallendar angesetzt.

SPAY/VALLENDAR. Draußen wird es gerade dunkel, doch im Probenraum des Singkreises Spay leuchten bunte Scheinwerfer und kreative Gedankenblitze um die Wette. "Rot!", ruft ein Sänger, und die Organzawand erstrahlt beim Beleuchtungstest in einem intensiven Purpur. "Schön", raunt es anerkennend. Auch Leiter Michael Dempe ist mit dem Verlauf des Probenwochenendes im Vallendarer Haus Wasserburg zufrieden. Der Singkreis arbeitet an der Inszenierung eines eigenen Musicals, das sich dem Leben des großen Lukas widmet.

"Mir gefiel das Lukas-Evangelium schon immer sehr, weil es positiv und menschenfreundlich ist", begründet Michael Dempe seinen Entschluss, sich diesem Stoff zu widmen. Vor allem aber war er auf der Suche nach einem neuen Singspiel für den Singkreis Spay, der bereits öfter religiöse Musicals aufgeführt hat - und fand nichts Passendes. Also entschied Dempe kurzerhand, selbst eines zu schreiben. Dieses Singspiel liegt nun, nach Monaten intensiver Arbeit, gedruckt und in Noten vor.

Allerdings ist Dempe das Mitwirken aller Singkreis-Mitglieder wichtig. "Da wird auch schon mal gekürzt und umdisponiert - es ist eben ein Gemeinschaftswerk", freut er sich über das Engagement seiner Schützlinge, die mit unübersehbarer Freude bei der Sache sind.

Es wird gescherzt und gelacht, aber stets so professionell wie möglich an der Inszenierung gefeilt.

Das Bühnenbild muss stimmen, und vor allem wünscht sich Dempe, dass "Lukas" auch Brücken zur Jetzt-Zeit baut. Deshalb sollen bei der Aufführung neben Architektur- und Landschaftsaufnahmen aktuelle Bilder - beispielsweise aus Erdbebengebieten oder von Hilfsaktionen - auf die Bühne projiziert werden. Eine Sängerin hat meterweise Organza mitgebracht und aufgehängt. Dempe tippt in seinen tragbaren Computer, und ein wunderschöner Säulengang erscheint leicht verfremdet auf dem dünnen, transparenten Stoff. "Sieht richtig antik aus", ist der einhellige Kommentar der anderen.

"Und was hat sich die Kostümgruppe ausgedacht?", fragt Dempe in die Runde. Sänger Stefan Buch demonstriert mit gelassenem Humor, was der Kreativ-Crew in puncto Gewänder vorschwebt und hüllt sich von Schulter bis Fuß in weinroten Samt. Er macht das so gut und sieht zur Freude seiner Singkollegen so römisch aus, dass er im Nu seine Rolle weghat: Buch, davon sind alle überzeugt, ist der ideale Tiberius.

Für die anderen Tuniken müssen möglichst günstig noch um die 50 Meter weißer Stoff her. "Und wer antik anmutende Accessoires findet, goldene Armreifen, Amphoren, Körbe - bringt alles mit!", bittet Dempe und ordnet eine kurze Verschnaufpause an, bevor es innerhalb der einzelnen Arbeitsgruppen weitergeht.

"Im Mai oder Juni wollen wir unsere Premiere von ,Lukas’ aufführen", plant Dempe. "Wir konnten schon mit den Singproben anfangen, die Sache nimmt Gestalt an."

Dass dieses neue "Lukas"- Singspiel natürlich interpretierend ist, da es keine eindeutigen Dokumente über den Menschen Lukas gibt, ist ihm klar. Die wenigen Quellen hat er jedoch studiert und versucht, sein Stück so lebensnah wie möglich zu gestalten. Es handelt also nicht nur vom Bibelschreiber Lukas auf der Spurensuche von Jesus, sondern vor allem von einem Menschen, der liebt, lebt und leidet. Und wenn dann noch die Musik ihren Weg in die Herzen der Zuschauer findet, ist der Singkreis Spay glücklich.    

 

Foto und Text: Bettina Belitz

Rhein-Zeitung Koblenz, 14.01.2006

 

Lukas und Aurelia, seine Schwester
Intensive Proben stehen beim Spayer Singkreis an, bevor das selbst geschriebene und inszenierte Musical „Lukas" im Frühling erstmals aufgeführt wird. Michael Dempe (links) gibt den Takt vor. Albrecht Ruech (Mitte) spielt Lukas, Stefan Buch (rechts) hat die Rolle des Tiberius übernommen.